Gemeinsam gegen Ausbeutung (2019)

Die Lage der lohnabhängig Beschäftigten in der Bundesrepublik Deutschland verschlechtert sich zunehmend. Wer noch eine Erwerbsarbeit hat, muss befürchten, sie zu verlieren, oder mit deutlichen Lohneinbußen zurechtkommen. Viele gehen aus Furcht vor der Kündigung sogar krank in ihren Betrieb. Zahlreiche Belegschaften sind durch ungerechte Lohnpolitik und Arbeitsbedingungen gespalten. Viele leben und arbeiten vereinzelt und ohne soziale Beziehungen zu ihren Mitmenschen. In den Chefetagen der Unternehmen wird nach dem Prinzip „teile und herrsche“ versucht, entlang der innerbetrieblichen Arbeitsteilung die ArbeiterInnen in „Stammbelegschaft“, LeiharbeiterInnen und Aushilfen oder nach Herkunft und Geschlecht zu spalten. Auf die Verschlechterungen der Arbeitsverhältnisse der einen, folgt früher oder später die Verschlechterung der Arbeitsverhältnisse der anderen.

Gegen die Stadt der Reichen!

Während Löhne nie niedrig genug, können die Mieten nicht hoch genug sein. Durch sogenannte Stadtteilaufwertungen und Mietpreisexplosionen werden immer mehr von uns aus ihren Wohnvierteln verdrängt, um Platz für die Besserverdienenden zu schaffen. Die Sozialbindung für viele Wohnungen fällt bald weg, womit eine weitere Mietsteigerung
vorprogrammiert ist. Prestigeprojekte und Wellness-Oasen für die Reichen und Schönen, wie Elbphilharmonie und Hafencity, sind im Kapitalismus wichtiger als die Bedürfnisse und Interessen der Mehrheit der Bevölkerung. Die Stadt wird nach der Profitlogik entwickelt. Statt sozialem Wohnungsbau gibt es immer mehr Bürokomplexe. Die Stadt ist für Normalverdiener, Arbeitslose und Rentner kaum noch zu bezahlen

1.Mai – ArbeiterInnenkampftag

Am 1. Mai 1886 begann in Chicago (Illinois, Vereinigte Staaten) ein mehrtägiger, von den Gewerkschaften organisierter Streik, um eine Reduzierung der täglichen Arbeitszeit von zwölf auf acht Stunden durchzusetzen. Die Ereignisse dieser und der darauf folgenden Tage werden als Haymarket Riot bezeichnet und begründeten die Tradition der internationalen ArbeiterInnenbewegung und der Gewerkschaften, den 1. Mai zum Kampftag der ArbeiterInnenklasse zu erklären. Der 1.Mai hat somit seine Herkunft aus den Kämpfen für einen kürzeren Arbeitstag, damals wie heute. Der 8-Stunden Tag in Deutschland wurde durch die sozialistische Novemberrevolution in Deutschland 1918 erkämpft und beendete auch den Ersten Weltkrieg. Arbeitsprozesse laufen nur durch unsere Anteilnahme und genau darin liegt unsere Macht.

Her mit dem 4 Stunden Tag!

Die Digitalisierung im Kapitalismus bringt zwar technischen Fortschritt, doch geht gleichzeitig einher mit Risiken wie geplanten Massenentlassungen. Ein Beispiel ist die Volkswagen AG, die bis zu 30.000 Stellen in Europa abbauen will, da die aktuelle Entwicklung der Automobilindustrie VW dazu zwingt um konkurrenzfähig zu bleiben.
Gleichzeitig kommen Stimmen in Wirtschaft und Politik auf, die eine 60-Stunden Arbeitswoche für Deutschland fordern, welche von der national-konservativen Regierung im benachbarten Österreich bereits eingeführt wurde. Unternehmer können dadurch ihre ArbeiterInnen bis zu 12 Stunden am Tag arbeiten lassen.

Die Lage in Deutschland spitzt sich also immer weiter zu. Wir brauchen Antworten auf die Digitalisierung. Während aktuell über 3 Millionen Arbeitslose am Rande der Gesellschaft stehen, sollen andere 12 Stunden ihres Tages auf der Arbeit verbringen? Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohn und Personalausgleich ist das Stichwort der Zeit. Wir wollen mehr Anteilhabe an unserer Lebenszeit.

Die letzte große Errungenschaft gab es 1984, in der Metall- und Elektroindustrie Westdeutschlands: Durch sechswöchige Streiks wurde die 35-Stunden Woche erkämpft und der Arbeitstag auf 7-Stunden reduziert. Lasst uns gemeinsam an die alten Kämpfe anknüpfen und den 4-Stunden Tag auf die Tagesordnung holen.

Kapitalismus heißt Krieg!

Das deutsche Kapital hat keine guten Jahre. Obwohl Rekordgewinne eingefahren werden bröckeln die Absatzmärkte, Aktienkurse sinken, Kapitalanleger verschwinden und Banken stehen kurz vor dem Bankrott. Egal ob bei ThyssenKrupp, Bayer/Monsanto, VW, Deutscher Bank oder Daimler. Die Exportnation Deutschland braucht für seine Absatzmärkte den Einfluss in andere Länder und eignet sich diese durch militärische Interventionen an. Dies ist der Grund weshalb der Wehretat 44,7 Milliarden Euro beträgt.

Die Bundeswehr soll wieder eine starke Truppe werden, um mehr Einfluss in der Welt zu sichern. Heiko Maas und Angela Merkel betonen dabei immer wieder, dass Deutschland mehr Verantwortung in der Welt übernehmen muss. Was Deutsche Verantwortung bedeutet, sehen wir anhand militärischer Eingriffe in Syrien, Libyen, Afghanistan und Mali. Dass hierbei Menschenrechte nur vorgeheuchelte Argumente sind, zeigen uns mehrere Beispiele deutlich: die illegale Anerkennung des „Interimpräsidenten“ Guaidó in Venezuela, das Schweigen über Polizeigewalt in Paris oder die Menschenrechtslage in Libyen, wo ein offener Sklavenmarkt die Straßen in der Nacht prägt.

Für den Aufbau von Gegenmacht!

Armut, Krieg und Krise sind keine Ausnahmeerscheinungen dieser Gesellschaft, sondern ein permanenter Zustand. Wollen wir dem ein Ende bereiten, müssen wir diese Herrschaftsstrukturen aufheben. Die Enteignung der kapital-besitzenden Klasse durch die besitzlose Mehrheit und den Aufbau von Strukturen, in denen wir gemeinsam auf Grundlage von Freiheit und Solidarität über unser Leben bestimmen. Dafür müssen wir die Missstände und Zumutungen dieser Ordnung angreifen und den vielfältigen Widerstand in einer organisierten Gegenmacht bündeln. Und das gemeinsam mit all den Menschen, denen der Kapitalismus niemals eine Perspektive bieten wird. Mit all denen, die sich nicht abstumpfen, verrohen und einschüchtern lassen! Lasst uns die Angriffe der Herrschenden abwehren und gemeinsam den Kampf gegen das System organisieren!

In die revolutionäre Offensive!

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